Alhambra - Die Stadtburg Granadas

Alhambra, das klingt exotisch und erhaben und wie sie so da steht, diese alte Stadtburg Granadas, hält sie alles was der Name verspricht. Die Alhambra auf dem Sabikah-Hügel in Granada ist zugleich eine der meistbesuchten Touristenziele Europa´s und eine der Höhepunkte maurischer Baukunst. Die Burganlage ist seit dem Jahr 1984 UNESCO Weltkulturerbe und mit ihrer 740 m Länge und 220 m Breite eine der größten Burgen Spaniens. Grund genug Andalusien zu besuchen.

 

Die mächtige Burganlage erhebt sich hoch über Granada und ist schon von weitem zu sehen. Rötlich schimmert das Bauwerk in der Sonne und kündet von Jahrhunderte alter Geschichte. Aber nicht nur für Geschichtsliebhaber bietet die Alhambra etwas zu entdecken, doch sehen Sie selbst.

Die Alhambra im Mondschein

Ein kleiner Rückblick in die Geschichte. Im Jahr 1492 besucht einer gewisser Christoph Kolumbus das Heerlager der katholischen Könige Ferndinand und Isabelle und erbittet sich ihre Unterstützung zum Aufbruch in eine neue Welt, der mit der Entdeckung Amerikas seinen Höhepunkt findet. Die christlichen Herrscher gewähren ihm seinen Wunsch, sind aber in gedanken bei der monatelangen Belagerung von Granada. Und tatsächlich, bereits wenige Monate später muss der letzte maurische Sultan auf spanischem Boden Burg und Stadt an die neuen Herrscher abgeben.

Nach fast 800 Jahren, in denen die Iberische Halbinsel von den Mauren beherrscht wurde, ist nun das letzte Überbleibsel fest in christlicher Hand. Das Jahr 1492 geht somit nicht nur als Jahr der Entdeckung Amerikas in die Geschichte ein, sondern auch als Wendepunkt in der Geschichte Europas. Ganz nebenbei fällt eine der beeindruckendsten architektonischen Bauwerke islamischer Kunst in den Schoß Spaniens. Was damals als militärische Wehranlage eher praktischen Nutzen hatte, ist heute eines der lohnendsten Reiseziele in Europa.

Der Löwenbrunnen

Nach der Eroberung durch die neuen spanischen Herrscher viel die Brug für Jahrhunderte in Vergessenheit bis der amerikanische Schriftsteller Washington Irving im frühen 19.Jahrhundert die Burg besuchte und sein Werk "Geschichten aus der Alhambra" schrieb. 1832 erschien das Werk und Dank der romantischen Strömungen dieser Zeit stieg der Zustrom an Touristen beständig an. Im Laufe der Zeit wurden es so viele Touristen, dass heutzutage die Anzahl der Besuchertickets begrenzt wurde, übrigens ebenso wie Besucherzeit in der Burg. Aber mit etwas Geduld und Glück erhält man eins der begehrten Tickets – versuchen Sie Ihr Glück, es lohnt sich.

Betritt man die Alhambra, gelangt man in den Myrtenhof, der seinen Namen von dem mit Myrten umfassten Teich erhalten hat. Von dort hat man einen schönen Blick auf den Salon des Embajadores, der in alten Zeiten dem Sultan als Empfangsraum für Besucher und Gesandte diente.

Der Myrtenhof

Zentraler Punkt der Burg ist der Löwenbrunnen, von dem in alle viert Himmelsrichtungen kleine Quellflüsschen abgehen und viele der Wohnräume mit frischem Wasser versorgen. Die umgebenden Säulengänge geben der Architektur etwas leichtes und luftiges und wirken so gar nicht nach einer Verteidigungsanlage. Der von zwölt steinernen Löwen getragene Brunnen gab dem Hof seinen Namen, Patio de los leones. Wer genauer hinschaut kann den berühmten Spruch des Dichters Ibn Zamrak lesen: "Selig ist das Auge, das diesen Garten der Schönheit sieht".

Maurische Kunst in Vollendung

Überhaupt, wirkt die Alhambra von außen sehr wuchtig, steht ihr im Inneren etwas sehr Graziles gegenüber. Mit Gips, Holz und Keramik wurde jede noch so entlegene Ecke ausgeschmückt, farbig bemalt oder vergoldet. Die vielen Verzierungen der Fenster und Haremsräume lassen einen staunen – so etwas muss heutzutage unbezahlbar sein. Herzstück der Festungsanlage sind die Nasridenpaläste mit den Gärten. Sie enthalten die Privaträume der maurischen Herrscher und den eigentlichen Regierungssitz des einzigen Kalifats auf europäischem Boden. Hauptkomplex ist der Alcazar mit dem Thronsaal im Comares-Turm. Überall sind die Wände reicht verziert mit arabischen Schriftzügen und Arabesken, ein wahrer Augenöffner.

Die Alhambra in Granada

Der Palast ist prächtig gestaltet und die Innenräume durch ihre Dekoration beeindruckend. Aber auch die Außenanlagen bieten erstaunlich viel Grün in den Gärten. Von dort hat man auch einen herrlichen Blick auf die verwinkelten Gässchen des alten arabischen Viertels, der Albaicin, ebenfalls Teil des Weltkulturerbes.

Um alles in Ruhe zu bestaunen fehlt die Zeit, denn wie oben erwähnt, ist die Besuchszeit begrenzt. Trotzdem ist Granada und die Alhambra eines der Top-Reiseziele in Europa. Dank der vielen Touristen gibt es auch zahlreiche gute Hotels, Restaurants und Freizeitmöglichkeiten. Andalusien ist eine der schönsten Gegenden Spaniens. Land und Leute, Kultur und kulinarische Delikatessen erwarten Sie – besuchen Sie Al-Andalus.

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