Tipps für den Jakobsweg

Zusammenfassung: Santiago de Compostela ist das Ziel aller Pilger auf dem Jakobsweg. Immer mehr Menschen suchen auf diesem Weg ihre innere Ruhe und neue Ziele. Mit unseren 10 Tipps für den Jakobsweg sind Sie auf jeden Fall gut vorbereitet.

Inhaltsverzeichnis

  1. Wo muss ich eigentlich lang?
  2. Pilgerpass beantragen
  3. Der beste Zeitpunkt
  4. Mental darauf einstellen
  5. Das richtige Gepäck
  6. Wissen wohin es geht – auch ohne Landkarten und Navis
  7. Meiden Sie Gemeinschaftsherbergen
  8. Es ist kein Wettlauf
  9. Offenheit und Vertrauen
  10. Nicht enttäuscht sein

Wo muss ich eigentlich lang?

Viele Wege führen zum Grab des Apostels Jakobus. Nur den einen Weg gibt es gar nicht. Letztendlich ist es schon der Jakobsweg, wenn man aus dem eigenen Haus tritt und das Ziel Santiago de Compostela ist. Wichtige Routen haben sich allerdings im Laufe der letzten Jahrhunderte etabliert: Zum Beispiel der „Camino Primitivo“ an der Nordküste Spaniens und der „Camino de Português“ durch Portugal. Wenn man von dem Jakobsweg spricht, ist aber meistens der „Camino Francés“ gemeint. Es ist der bekannteste Weg, der von Saint-Jean-Pied-de-Port in den französischen Pyrenäen nach Santiago de Compostela im Westen Spaniens führt. Knapp 800 Kilometer und über etwa 32 Tagesetappen führt er durch die unterschiedlichsten Vegetationslandschaften der spanischen Regionen: Navarra, Rioja, Nord-Kastilien und Galizien. Für diesen langen Wanderweg braucht man natürlich ausreichend Zeit. Die hatte ich nicht, und so entschloss ich mich damals gemeinsam mit zwei Freundinnen zu einer dreiwöchigen Reise: 330 Kilometer wollten wir gehen, von Léon bis Santiago.

Pilgerreise Jakobsweg

Pilgerpass beantragen

Bevor es überhaupt losgehen kann, muss man den sogenannten Pilgerpass, oder auch Pilgerbrief bzw. Pilgerausweis, (Credencial) beantragen, in den die Stempel der jeweiligen Herbergen und Etappen gesammelt werden (zum Beispiel bei der Fränkischen St. Jakobus-Gesellschaft Würzburg). So weist man sich letztlich in den Unterkünften als Pilger aus und ist berechtigt, in der jeweiligen Pilgerherberge (Refugio) zu nächtigen. Deren Preise variieren je nach Lage und Ausstattung von 5 bis 15 Euro – in einigen wenigen reicht aber auch schon eine Spende. Am Ende des Jakobswegs dient der Pass außerdem dazu, die Urkunde (Compostela) ausgehändigt zu bekommen. Zur Ausstellung sind neben Name und Adresse auch Pass- oder Personalausweisnummer und genaue Angaben zur Art der Pilgerreise nötig. Der Weg kann nämlich nicht nur zu Fuß, sondern auch zu Pferd oder auf dem Fahrrad bestritten werden.

Der beste Zeitpunkt

Dieser ist natürlich nicht im heißen Sommer. Am ehesten eignet sich der Frühling oder Herbst, denn im Sommer sind zum einen die Hitze und auch die Touristenströme ein großes Hindernis. Achtung ist an religiösen Feiertagen geboten: Die kommende Osterzeit bietet zwar mildes, angenehmes Klima. Es werden dann aber auch Tausende religiöse Pilger erwartet. Nicht selten muss man selbst in der Nebensaison in der Dunkelheit loslaufen, um abends noch einen Platz in den Herbergen der nächsten Raststation ergattern zu können.

Mental darauf einstellen

Man sollte sich vor der Reise unbedingt mental auf einige Dinge vorbereiten: Zum Beispiel verzichtet man größtenteils auf alltäglichen Luxus. Warmes Wasser ist nicht immer garantiert und auch weiche Federkissen gehören selten zur Ausstattung der Herbergen. Morgendliche Körperpflege- und Schmink-Arien sind unnötig, denn man schwitzt den ganzen Tag. Auf die Schmerzen sollte man sich auch seelisch vorbereiten: Müde Beine, Rückenschmerzen und angeschwollene Füße sind alltäglich.

Der Jakobsweg

Das richtige Gepäck

Ratsam ist generell das Tragen von Funktionswäsche. Nehmen Sie außerdem am besten nur eine Hose und zwei T-Shirts mit. Dicke Tennissocken sollte man lieber Zuhause lassen und stattdessen auf spezielle Trekking-Socken setzen. Um Hautentzündungen an den Fußfesseln zu vermeiden, immer darauf achten, dass diese nicht zu fest sitzen. In den Pausen immer mal Luft an die Füße lassen. Ein Satz Freizeit- sowie Schlafkleidung für die Abende reicht vollkommen aus. Ein Hut gegen die starke Sonne sowie eine Regenjacke für schlechtes Wetter darf man auch nicht Zuhause lassen. Als treue und nützliche Wegbegleiter haben sich ebenso ein Thermobeutel für kühle Wasserflaschen und schnell trocknende und saugstarke Funktions-Handtücher aus Mikrofaser erwiesen. Da die meisten Herbergen Wäscheleinen und Waschplätze anbieten, gehört eine Tube Waschmittel ins Gepäck. Manchmal gibt es auch Waschmaschinen oder sogar einen Wäschetrockner. Hier kann man dann auch mal den Schlafsack vor der Nacht frisch waschen und trocknen – was ein wahrer Segen ist.

Der Jakobsweg

Wissen wohin es geht – auch ohne Landkarten und Navis

Genießen Sie ein Stück Abenteuer! Manche Pilger waren mit modernen Navigationssystemen und High-Tech-Ausrüstung unterwegs – das brauchen Sie nicht. Höchstens eine Landkarte, denn so wissen Sie, wie weit der nächste Ort entfernt ist und können einschätzen, wie weit Sie Ihre Füße noch tragen. Ansonsten folgen Sie einfach immer der Jakobsmuschel! Sie kommt in allen Formen und Farben vor und weist den Pilgern allerorts den Weg zum Ziel. Ob an Hauswänden, Formationen aus Steinen mitten auf dem Wanderpfad oder auf Meilensteinen: Sie ist überall und kaum zu übersehen. Abenteuerlustige würden vermutlich sogar ohne Wegweiser nicht vom Pfad abkommen. Taucht sie ohne Pfeil auf, weist sie sogar selbst die richtige Richtung.

Meiden Sie Gemeinschaftsherbergen

Genießen Sie ein Stück Abenteuer! Manche Pilger waren mit modernen Navigationssystemen und High-Tech-Ausrüstung unterwegs – das brauchen Sie nicht. Höchstens eine Landkarte, denn so wissen Sie, wie weit der nächste Ort entfernt ist und können einschätzen, wie weit Sie Ihre Füße noch tragen. Ansonsten folgen Sie einfach immer der Jakobsmuschel! Sie kommt in allen Formen und Farben vor und weist den Pilgern allerorts den Weg zum Ziel. Ob an Hauswänden, Formationen aus Steinen mitten auf dem Wanderpfad oder auf Meilensteinen: Sie ist überall und kaum zu übersehen. Abenteuerlustige würden vermutlich sogar ohne Wegweiser nicht vom Pfad abkommen. Taucht sie ohne Pfeil auf, weist sie sogar selbst die richtige Richtung.

Pilgerreise Jakobsweg

Es ist kein Wettlauf

Die letzten 100 Kilometer vor der Endstation können einem wahrlich die Lust am Wandern nehmen. Zahlreiche „Möchtegern-Pilger“ laufen in Strömen die jeweiligen Etappen des Jakobswegs. Man kommt sich vor wie in einem Wettlauf um die besten Plätze in der nächsten Herberge. Zudem sind diese oft viel schneller unterwegs, da sie teilweise erst aus dem Bus gestiegen sind und nur wenig Gepäck zu tragen haben. Ziemlich fragwürdig, ob dies dem Sinn des Pilgerns entspricht oder nicht nur dazu dient, die Urkunde in Santiago zu erhalten. Diese wird einem nämlich überreicht, wenn man Stempel der Herbergen auf den letzten 100 Kilometern vorweisen kann. Machen Sie sich also lieber mal eine Stunde früher auf den Weg und genießen Sie die Landschaft, ohne sich hetzen zu lassen.

Offenheit und Vertrauen

Sammeln Sie zwischenmenschliche Erfahrungen, und zwar reichlich! Sie zählen zu den interessantesten Erlebnissen, an die ich mich erinnern kann. Man sitzt mit Menschen aus der ganzen Welt zusammen, erzählt sich seine Beweggründe und teilt das Essen. Und plötzlich ertappt man sich dabei, wie man etwas tut, was man schon sehr lange nicht getan hat: Man vertraut wildfremden Menschen. So lässt man zum Beispiel den Rucksack mit seinem ganzes Hab und Gut unbeaufsichtigt im Schlafraum – und sorgt sich nicht darum.

Pilger nach Santiago de Compostela

Nicht enttäuscht sein

Ein wichtiger Augenblick ist für jeden Pilger das Ankommen an der Kathedrale in Santiago de Compostela und die Pilgermesse. Sie wird drei- bis viermal am Tag „veranstaltet“: Flatscreen-Fernseher, elektrische Kerzen und ein tobender Applaus in der dreischiffigen Kathedrale nach dem Schwingen des Weihrauchkessels lassen den ursprünglichen Wert des religiösen Pilgerns ebenfalls vermissen. Aber auch das ist Geschmackssache.

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